Wissen zur Lösungsfindung für Unternehmen

Fachkräftemangel ist auch hausgemacht

Bei IHK-Veranstaltungen, Unternehmertreffen, in persönlichen Gesprächen seit Jahren die selben Klagen: Fachkräftemangel. Als "Teil-Lösung" flehten die Führer der großen Wirtschaftsverbände die Politik um Aufnahme von Flüchtlingen, in der Annahme (nicht dem Wissen), schnell diese Menschen zur Befriedigung von Wohlstand und Wirtschaftswachstum zu integrieren und als Arbeitskräfte einzubinden.

Diese "Teil-Lösung" ist aus meiner Sicht aufgrund von Nicht-Wissen, Ignoranz und Arroganz zum großen Teil gescheitert. Der kleine Teil scheint zu funktionieren, wenn sich Unternehmer wirklich Mühe geben, Menschen aus anderen Kulturkreisen, anderen Ausbildungssystemen, anderen Ziel- und Wertevorstellungen aufzunehmen und zu fördern. Tägliche Arbeit und Anerkennung.

Unsere Erfahrung mit dem Fachkräftemangel beschreibt Kurt Jürgen Göhl, als Geschäftsführerer der DENKHAUS® für NEUE MÄRKTE Gmbh aus dem Unternehmensbereich Personalberatung:

Jobprofile mit viel zu hochgestochenen Formulieren (und vielleicht auch Erwartungen) bei "normalen" Stellenbedarfen wie Servicetechniker, Monteur, SPS-Programmierer, Vertriebsingenier und manch weitere können genannt werden.

• Nicht-Bereitschaft vieler Chefs (nicht aller, aber viel zu weniger), in noch junge, potenzielle Kandidaten zu investieren, die die geforderte Qualifikation aufweisen, bereits gezeigt haben, dass sie etwas können, etwas bewegt haben, die lernwillig und lernfähig sind. Sie haben natürlich noch nicht spezifisch das gemacht, was dem spezifischen Unternehmen wichtig ist. Früher hat das Unternehmen eine spezifische, interne Schulung durchgeführt. Zeitmangel? Ja. Nicht-Investition in Wissensmanagementsysteme, die Zeit sparen und Man-Power-Einsatz bei der Schulung reduzieren würden: Ja. Fazit: Die Zeichen der Zeit verschlafen.

• Nicht-Bereitschaft vieler Chefs ältere, aber noch voll einsatzfähige (gesundheitlich, mental fit) Arbeitnehmer ab 55 eine Chance zu geben.

• Nicht-Bereitschaft vieler Chefs von Ihrer Idealvorstellung "Ihres" Kandidaten in Zeiten der hohen Fachkräftenachfrage abzurücken.

• Nicht-Bereitschaft von Chefs von ihren unzeitgemäßen Führungsmethoden, die auch damals schon fragwürdig waren, weil einfach zu sehr Bauchgefühl statt Führungskompetenz und ihrem hohen Ross abzusteigen. Die Zeiten der "Alles-Überwachung" sind vorbei.

Einzelfälle? Nein, wir hören uns bei Stellenportalen, bei Kollegen und natürlich bei den Kanditen um. Seit Jahren das selbe Bild, das sich sogar noch zuspitzt.

Es gibt den Fachkräftemangel in Branchen wie im Gesundheitswesen, bei der Bundeswehr, bei Informatikern (mit Einschränkungen) und weiteren, hier nicht aufgeführten Branchen und Berufen. Aber um diesen zu beseitigen oder erst gar nicht entstehen zu lassen ist anders denken und handeln zielführend oder besser, wäre es gewesen. In die Zukunft investieren und denken ist eine Kunst.

Autor: Kurt Jürgen Göhl




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